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Das Kartontheater:
Die einfachste Art, sich ein Papiertheater zu bauen!
Man nehme einen Pappkarton beliebiger Größe ( also zu klein
soll er auch nicht sein, denn man will sich ja komfortabel darin bewegen ).
In den Boden schneidet man die Bühnenöffnung als rechteckiges Fenster.
In die Seitenwände schneiden wir Öffnungen, damit wir Bühnenbilder und
Figuren von den Seiten hineinstellen und -führen können. Auch die nach oben zeigende Seitenwand (Dach) wird mehrfach aufgeschnitten. Ein Schlitz
nahe an der Bühnenöffnung dient als Halterung für den Vorhang. So können wir
den nach oben wegziehen (Vorhang auf) oder herunterlassen (Vorhang zu ) Eine
oder mehre größere Öffnungen im Dach dienen als Beleuchtungsschächte, und
geben dem Spieler Einblick.
Bühnenbilder werden an Pappstreifen oder Leisten von oben
in den Bühnenraum hineingehangen, so das die Leiste oder der Pappstreifen
rechts und links auf dem Karton aufliegen und das Bild in die Spielfläche
hineinhängt. Kulissen und Durchsichten ergeben zusammen mit dem Hintergrund
ein dreidimensionales Bühnenbild.
Figuren werden von den Seiten an Stäben geführt.

Die Holzkonstruktion ermöglicht
aufwendigere Produktionen und ist für solche Spieler besonders geeignet, die
einerseits Spaß am Modellbau haben und außerdem auch noch raffinierte
Bühneneffekte fahren wollen. Schnürboden und Versenkungen sind vorgesehen. Eine aufwendige, dimmbare Beleuchtung sollte es schon sein, um
Sonnenaufgänge, Naturkatastrophen und andere Wechselfälle des Lebens
darstellen zu können.
Diese Grundkonstruktion ist für ein normales Haustheater gedacht und
kann für weiterführende Zwecke beliebig verändert und erweitert werden.
Dabei gehe ich davon aus, dass der Spieler während des Spieles nicht
gesehen werden soll, das Theater also in eine Türöffnung oder in eine
Trennwand eingebaut wird. Die Höhe des Spieltisches, auf dem die
Theaterkonstruktion stehen soll, ist von verschiedenen Faktoren
abhängig. Wenn ausschließlich für Kinder gespielt wird, muß der Tisch
niedriger sein, 80-90 cm mag als Richtmaß für den Bühnenboden dienen.
Erwachsene sind mit einer Höhe von 110 cm besser bedient, da dann die
hinteren Reihen der Zuschauer auch noch gut sehen. Grundsätzlich sollte
der Zuschauer den Bühnenboden sehen können, da sonst die Akteure in der
Luft hängen, andererseits sollten die Zuschauer nicht über die Kulissen
in die Technik schauen können, da dadurch die Illusion zerstört wird.
Höhenverstellbare Böcke als Untertisch machen es möglich, sich dem
jeweiligen Publikum anzupassen.
Wenn man eine Versenkung oder andere Öffnungen im Bühnenboden einrichten
möchte, sollte man statt einer durchgehenden Tischplatte einen Rahmen auf
die Böcke legen, der die Theaterkonstruktion und Teile der Technik, wie
zum Beispiel das Beleuchtungspult und den Kassettenrekorder oder
CD-Player aufnehmen kann. Es ist wichtig, seinen Spielplatz so zu
planen, dass man alle Geräte, Kulissen und Figuren in bequemer
Reichweite hat. Organisiert man die Geräte anders, weil man z. B. einen
Beleuchter und Tonmeister hat, kann man auf den Rahmen verzichten und
stellt die Theaterkonstruktion direkt auf die Böcke.
Doch nun zur eigentlich Konstruktion:
Zweckmäßig ist es, einen erhöhten Bühnenboden mit 2 Rahmen zu bauen, die
das Proszenium, die Vorhänge, Beleuchtung und gegebenenfalls den
Schnürboden tragen können.
Der Bühnenboden besteht aus einer Tischlerplatte oder einem Brett (Stärke 16-20 mm ) in den Maßen 50 cm breit und 60 cm lang. Für die
Erhöhung schneiden Sie 2 Bretter (Stärke wie Bühnenboden oder dünner, 15
cm x 50 cm) und 4 Brettchen (15 x 10 cm ). Daraus bauen Sie 2 U-Formen
(50 cm breit und ca 10 cm tief), die befestigen Sie an den Schmalseiten
des Bodens (siehe Zeichnung 1 + 2).
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Bauen Sie aus gehobelten Dachlatten 2 unten offene Rahmen mit einem
Innenmaß von 95 x 50 x 95 cm und befestigen sie diese an Anfang und Ende
der Längsseiten des Bühnenboden an den U-förmigen Erhöhungen mit
Schlosschrauben, die mit Flügelmuttern angezogen werden. Die Rahmen
verbinden Sie oben mit 2 Latten von 60 cm Länge. Damit steht Ihre
Grundkonstruktion.
Das Proszenium wird an dem vorderen Rahmen befestigt.
Kleben Sie das Proszenium auf eine Platte oder Pappe, die gleichzeitig
die Maske bildet, die die Spieler verbirgt. Die Teile der Platte oder
Pappe, die nicht von Proszenium bedeckt sind, kann man mit einem
Dekorationspapier (Marmorpapier) bekleben oder mit schwarzer Farbe zuvor
grundieren.
Der Bühnenausschnitt wird ausgeschnitten. Nun können sie
das Proszenium an den vorderen Rahmen mit Schrauben oder Leim
befestigen. Die flexible Befestigung ermöglicht die Benutzung
verschiedener Proszenien, sofern deren Bühnenausschnitt einigermaßen
übereinstimmt.
Die an sich unkomplizierte Montage des Vorhangs ist aus der Bauzeichnung
3 leichter ersichtlich, als sie mit Worten zu erklären wäre.
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Damit haben wir ein funktionierendes Theater, das den Vorhang zur ersten
Vorstellung heben kann.
Nun gestalten wir den Raum, in dem sich unsere Darsteller bewegen
sollen. Also müssen wir Räume schaffen, die je nach der Idee der Regie
unterschiedlich gestaltet sein können.
Wir kleben alle Kulissen auf Pappe auf und schneiden die Seitenkulissen
in Streifen. Die Konturen, wie z. B. Bäume oder Häuser schneidet man
sorgfältig nach. Die einfachste Methode, die Kulissen zum Stehen zu
bringen, besteht darin, dass man einen Holzklotz hinter die Kulisse
klebt, vermittels dessen das Ganze so viel Stabilität erhält, das die
Kulisse nicht umfällt. Nachteil: Der Klotz ist hinderlich bei der
Figurenführung, weil die Gassen zwischen den Kulissen schmaler werden.
Ich habe im Laufe meiner Papiertheaterkarriere mit vielen anderen
Kombinationen aus Holz, Stein (handverlesen an der Ostsee oder
Rheinkieseln) und Blei (Anglergewichte) experimentiert. Die eleganteste
Lösung besteht immer noch in Metallständern, an die man die Kulissen mit
kleinen Klammern (z. B. Wäscheklammern) anklammert. Diese Ständer sind
über http://www.pollidor.de/erhältlich .
Eine Landschaft, wie einen Wald oder ein offenes Gelände mit Feldern und
Häusern, wird man anders aufstellen als ein Zimmer oder eine
Gefängniszelle. Es macht viel Eindruck, wenn man ein Zimmer oder eine
Kammer nur in insgesamt halber Bühnentiefe oder kürzer aufstellt,
während man eine Landschaft auf die gesamte Bühnentiefe ausdehnt. Der
Wechsel zwischen den unterschiedlichen Räumen ist ein wesentlicher Teil
des Spieles mit dem Papiertheater, der dazu beiträgt, das der Zuschauer
die scheinbaren Nachteile der statischen Figurenführung vergißt.
An dieser Stelle ist es notwendig, eine grundsätzliche Idee zum Spiel
mit dem Papiertheater anzusprechen.
In fast allen Formen des Figurentheaters liegt die Aufmerksamkeit des
Zuschauers auf dem Akteur, der Figur, die in aller Regel beweglich ist.
Nun ist die Papiertheaterfigur in vielen Fällen gar nicht oder nur sehr
eingeschränkt zu eigener Bewegung fähig. Auch wenn der Spieler genau die
Figur bewegt, die gerade etwas sagt, bringt das nur wenig Spannung ins
Bild. Aber wie entsteht Spannung im Papiertheater?
1.) Aus der Musik wissen wir, das vom menschlichen Gehör nur 30% der
Töne aufgenommen werden können, die auf dem Notenblatt stehen und vom
Musiker erzeugt werden. 70% erzeugt das Gehirn aus dem Fundus der
Phantasie. Ähnlich funktioniert es in unserem Theater. Wir liefern die
Grundbilder, aus denen unsere Zuschauer die Aufführung gleichsam
zusammenphantasieren. Daraus folgert
2.) Wir müssen dem Zuschauer das Material liefern, dass ihn befähigt,
Bilder, Bewegung und Ton in seinem Kopf und Herz zu einer Aufführung
zusammenzusetzen. Dazu nutzen wir nicht nur die Figurenbewegung,
sondern wir folgen unserem großen Vorbild, dem Menschentheater und bewegen wie dieses alle nur möglichen Hebel der Effekte:
Bühnenraum und Bühnenbild, Licht, Ton, Figurenführung und Tricks.
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