Ein eigenes Stück

Wie bei jeder Theaterproduktion steht am Anfang eine Idee, die sich zu einer Geschichte entwickeln läßt.  Papiertheater ist Handlungstheater, lange Mono- oder Dialoge sind nur sehr schwer mit Spannung zu füllen, wenn die Figur, die spricht  lediglich wackelt, um zu verdeutlichen, dass sie nun etwas sagt. Es muss also etwas passieren.

Hat man einen Stoff gefunden, der Handlung hergibt, schreibe man zuerst den Text. Daraus entwickelt man eine Tableau ( Storyboard) , auf dem Orte und Figuren der einzelnen Szenen ( Bilder ) gelistet werden. Später ergänzt man diese mit Angaben zu Beleuchtung und Ton.

Nun kann man mit der Arbeit am Theater, dem Bühnenbild und den Figuren beginnen. Greift man auf Nachdrucke alter Bilderbogen zurück, hat man vielleicht die Möglichkeit, passende Bilder und Figurinen zu finden. In vielen Fällen wird das nicht gehen, also muss man selbst zeichnen und malen. Zuerst skizziert man die Figuren in den verschieden Stellungen anhand der im Storyboard gemachten Aufzeichnungen. Später werden diese dann im Detail ausgeführt.

 Für Hintergründe und Kulissen kann man auch einen Raubzug durch die Kunstgeschichte unternehmen. Zeichnungen und Grafiken von Gebäuden und Landschaften eignen sich hervorragend zur Adaption.

Sind die Figuren gefunden oder selbst gemalt und zusammen mit den Bühnenbildern aufgeklebt und ins Theater eingebaut, kann man sich über Beleuchtung und Ton Gedanken machen.

Beleuchtung: Frontlicht, damit die Figuren nicht im Dunkeln stehen. Jeweils eine rote, blaue und weiße Leuchte von oben, möglicherweise noch eine Hintergrundsbeleuchtung für spezielle Effekte. Alle Lampen müssen dimmbar und einzeln regelbar sein.

Ton: Texte sollten möglichst immer direkt gesprochen und Lieder und Arien gesungen werden. Das Auflegen von Schallplatten oder Cds ist keine gute Lösung, da die Aufführung dadurch statisch und langweilig wird.  Eine nicht brillante life gesungene Arie ist immer noch besser als eine Konserve und wird meistens von Publikum "gefeiert".

Wenn man sich geniert, ist eine alte Theaterregel hilfreich: Was man weg läßt, kann auch nicht durchfallen.

A und O einer gelungen eigenen Produktion ist das Proben. Nur wer sein Stück im Schlaf beherrscht, wird die Souveränität aufbringen, ein Stück ans Publikum zu bringen. Pannen könne immer passieren, da life gespielt wird. Sie sind aber als Stilmittel ungeeignet, um meinetwegen Lacher beim Publikum herauszukitzeln.

Geräusche sind ein Stilmittel, um eine Szene zu illustrieren und eine Situation zu unterstreichen. Das Knarren einer Türe, Pferdegetrappel mit Peitschenknall, Schüsse, Explosionen, Naturgewalten - alles ist Klang und darstellbar. Ein weites Feld für die eigene Phantasie.

Hilfreich ist das Buch des englischen Papiertheaterspielers Robert Poulter, der unter dem Titel "MODELTHEATER, an easy step by step guide" eine sehr praktikable Anleitung vorgelegt hat. Eine deutsche Ausgabe ist in Vorbreitung.

Die englische Fassung könne Sie über unseren Papiertheatershop in Internet bestellen. Dort erhalten Sie auch ein breites Angebot von Bilderbogen für Papiertheater.

Viel Vergnügen wünscht Ihnen

Peter Schauerte-Lüke