Der Freischütz von Carl Maria von Weber

Webers Oper um den vom Bösen verführten Jäger Max und seine Braut Agathe ist die meistgespielte deutsche Oper, ein musikalisches Hochlicht der Romantik und die schönste Feld-, Wald- und Wiesenoper überhaupt. Wo Licht ist, ist Schatten und damit sei der Hinweis auf die Wolfsschlucht gegeben, wo es äußerst schattig ist, weil das und der Böse dort hausen, dessen lustvolle Ausgestaltung der absolute Hochgenuss eines jeden Bühnenbildners ist; sucht doch ein jeder dem Publikum einen möglichst heftigen Schauer über den Rücken rieseln zu lassen, was angesichts der realen Konkurrenz heutzutage schon eine echte Herausforderung ist. Wir tun unser Möglichstes. Versprochen!
Doch damit nicht genug: unser Spiel findet auf einem überdimensionalen Papiertheater statt, welches auch alle anderen Szenen in ein wirkungsvolleres Licht setzt. Außerdem wird live gesungen, zu diesem Zweck haben wir eine Sängerin  engagiert. Die männlichen Rollen behält sich der Prinzipal vor. Für ein Papiertheater ist das ein gigantische Projekt.

Szenenbilder aus dem Freischütz

Nach dem Erfolg, den wir mit unserem FREISCHÜTZ während der Hasenclever-Ausstellung
im Schloß verbuchen konnten, werde ich immer wieder nach weiteren Vorstellungen gefragt.
 

Die Handlung:

Ort Wald in Böhmen nach dem 30jährigen Krieg:

Max, ein junger Jägersbursch liebt Agathe, des Erbförsters Töchterlein. Erringen kann er sie und die Försterei durch ein Probeschießen vor dem Fürsten.

Max ist leider momentan ziemlich durchgeknallt, weil er beim Schützenfest nur daneben knallt, weshalb sich Kilian, der Oberbauer, vor Lachen auf die Schenkel knallt, daß es hallt.

Halt! Denn jetzt betritt das Böse die Bühne. Zuerst lünkert Samiel, der wilde Jäger, durch die Büsche und kichert. Dann macht sich Kaspar an Max heran. Kaspar hat einen Vertrag mit Samiel auf der Basis von Knete gegen Seele. Zu dumm, der Vertrag ist morgen fällig und Kaspar möchte gerne Max als Ersatzmann für die Hölle stellen. Deshalb verführt er ihn zum Bösen. Er nötigt ihm seine Flinte auf und läßt ihn einen Riesenadler aus den Wolken schießen. Das geht nur mit Freikugeln. Nun heizt er ihm noch tüchtig ein bezüglich der Probeschießerei und schon geht Max mit in die Wolfschlucht, wo sie bei Nacht und Krach mit Samiels Hilfe sieben Freikugeln zusammenbrutzeln.

In der Erbförsterei geht es ebenfalls nicht geheuer zu. Der alte gerahmte Erbförster fällt von der Wand und seiner Urenkelin Agathe auf den Kopf. Prügel bekommt der Nagel und zwar von Ännchen mit dem Hammer. Dabei werden aufheiternde Arien gesungen, was auch dringend nötig ist, weil rund um die Wolfschlucht ein böses Unwetter tobt. Am nächsten Morgen scheint die Sonne und der Fürst scheint hochzufrieden zu sein. Essen und Trinken satt und Max schießt mit den Freikugeln alles zusammen, was man für die fürstliche Tafelei braucht.

In der Erbförsterei verzagt man, weil an Hochzeitstage der Brautkranz nicht aufzutreiben ist. Ännchen weiß Rat. Man nehme die geweihten Rosen eines benachbarten Eremiten und Agathes Beichtvater und winde daraus den Jungfernkranz. Ein dorniges Geschäft, was die Brautjungfern übernehmen müssen, die dazu eine Evergreen zu besten geben. Da lassen sich die Jäger mich lumpen und schmettern den Jägerchor gleich hinterher, allerdings nur wenn das Publikum entschlossen mitsingt.

Kaspar will nun endlich zum Ende kommen. Er richtet es so ein, daß Max beim letzten Probeschuß auf eine weiße Taube Agathe trifft. Der zufällig anwesende Eremit kennt einen alten Zirkustrick und so fällt Kaspar getroffen vom Baum und in die Hölle. Moral: Wer hoch hinaus will, fällt tief. Der Fürst ist sauer, die Taube ist weg und Max gesteht seine Untat. Freikugeln sind gegen das Reglement, und Max soll verbannt werden. Agathe verzweifelt, Ännchen und alle anderen bitten um Gnade für Max.

Jetzt schlägt die Stunde des Eremiten. Mit gewichtigem Bass singt er dem Fürsten solange ins Ohr, bis dieser nachgibt. Max wird begnadigt zu einem Jahr Keuschheit auf Bewährung und darf dann, wenn er lieb war, heiraten. Als Bewährungshelfer wird der Eremit eingesetzt . Ende gut, Alles gut, nun kann der letzte Song gesungen werden und dann ab in die Kantine oder ins Gasthaus.